• Transparenz

Sind unsere Lebensmittel sicher?

Wir alle schätzen frische, leckere und gesunde Lebensmittel. Viele Menschen möchten mehr über ihre Lebensmittel wissen - wo sie herkommen, ob sie gesund und sicher sind. Viele fragen sich zum Beispiel, ob Lebensmittel, bei deren Produktion Pflanzenschutzmittel angewandt wurden, um die Kulturpflanzen vor Fraß- und Krankheitsschäden zu bewahren, trotzdem sicher verzehrt werden können. Es gibt viele Maßnahmen, die sicher stellen, dass unsere Lebensmittel sicher sind, auch wenn sie mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden. Wenn Sie etwas darüber lernen möchten, scrollen Sie bitte weiter. Es könnte ein wenig technisch werden, aber wir haben uns bemüht, alles so übersichtlich und verständlich wie möglich darzustellen. Sollten Sie Rückfragen haben, sprechen sie uns gerne an!

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Regulierung von Rückständen in Lebens- und Futtermitteln

Pflanzenschutzmittel sind in den meisten Ländern umfangreich reguliert und eine große Anzahl von wissenschaftlichen Studien muss eingereicht werden, um eine Zulassung zu erhalten.

Bevor wir ein Pflanzenschutzmittel einer Behörde vorstellen wird es 10 Jahre von Bayer untersucht und dabei seine Sicherheit immer wieder überprüft. Vor der Einreichung überprüft Bayer die einzelnen Studien und macht eine Risikobewertung. Wenn wir schließlich mit der Sicherheit und der Effektivität des Produkts zufrieden sind, reichen wir die Daten bei den Behörden ein. Diese verbringen dann bis zu 2 Jahre damit, das Datenpaket zu bewerten und eigene Risikobewertungen zu erstellen, bevor sie eine Zulassung erteilen. Auch nachdem ein Produkt zugelassen wurde überwachen die Behörden weiterhin die Anwendung des Produktes, um kontinuierlich seine sichere Anwendung zu gewährleisten. In vielen Ländern führen die Behörden alle 10 - 15 Jahre eine komplette Neubewertung des Produktes durch, um sich von der Sicherheit des Produktes zu überzeugen. Dabei werden oft auch aktualisierte oder erweiterte Daten/Studien verlangt.

Tatsächlich waren die Sicherheitsstandards und Anforderungen noch nie so hoch wie heute.

 

Überwachung durch die Behörden

Die Behörden überwachen regelmäßig die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln auf Lebensmitteln im Handel. Werden Rückstände über dem maximal zulässigen Level gefunden, dürfen die entsprechenden Lebensmittel nicht verkauft werden, sondern müssen zurückgeschickt oder zerstört werden.

Landwirte & Zulieferer

Landwirte und Zulieferer verwenden Pflanzenschutzprodukte nach den Anwendungsempfehlungen auf dem Label (empfohlen von Bayer und bestätigt durch Behörden) und führen Buch über alle Anwendungen. Außerdem steht Bayer in Kontakt mit Landwirten und anderen Anwendern, um zu gewährleisten, dass das Produkt sicher angewendet wird (wie von Bayer empfohlen).

Sicherheitsstudien in Lebensmitteln

Viele verschiedene Studien müssen durchgeführt werden, um eine Registrierung für ein Pflanzenschutzmittel zu erhalten. Neben Sicherheitsstudien für die Umwelt, Ökosysteme und Arbeiter sind vor allem Studien zur Sicherheit des Konsums von behandelten Lebensmitteln ein wichtiger Untersuchungsbereich. Neben Aktivitäten, die den internationalen Handel ermöglichen und unterstützen, fokussiert sich die Bayer Abteilung ‚Dietary Safety‘ auch sehr stark auf die Sicherheit von Pflanzenschutzmittel-Rückständen in Lebensmitteln.

Ein Teil der Studien, die von dieser Abteilung gesteuert werden, untersucht die Pflanzenschutzmittel-Mengen, denen Menschen und Nutztiere durch die Anwendungen in der Landwirtschaft ausgesetzt sind.

Was sind Rückstände in Lebensmitteln?

Bei der Ernte können noch Spuren von Pflanzenschutzmitteln oder deren Abbauprodukte in den Lebensmitteln nachweisbar sein. Diese Spuren nennt man Rückstände.

Um abzuschätzen, welchen Mengen von Pflanzenschutzmitteln Menschen ausgesetzt sind, müssen deren Rückstände in essbaren Pflanzenteilen untersucht werden.

Bevor ein Pflanzenschutzmittel für die Anwendung in der Landwirtschaft registriert werden kann, werden die Rückstände in allen Arten von Lebensmitteln, die man im Supermarkt kaufen kann, untersucht:


 

  • In direkt behandelten Kulturpflanzen (Hauptkulturen)

  • In Lebensmitteln, die auf Feldern angebaut wurden, auf dem die Vorgängerkultur mit dem Pflanzenschutzmittel behandelt wurde (Folgekulturen)

  • In Lebensmitteln, die verarbeitet wurden (gekocht, gebacken, geschält, fermentiert etc.)
  • In Produkten (Eier, Milch, Fleisch etc.) von Tieren, die behandelte Pflanzen gefressen haben

Tests an verschiedenen Lebensmittelarten

Hauptkulturen

Hierbei handelt es sich um Pflanzen, die direkt mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt wurden. Die Rückstände dieser Behandlung werden gemessen.

Die Produkte werden unter Beachtung der Guten Landwirtschaftlichen Praxis (Good Agricultural Practice (GAP)) auf alle relevanten Kulturen aufgetragen. Dieser Versuch wird zwischen 8 und 24 Mal wiederholt.

Proben der entsprechenden Lebens- und Futtermittel werden in verschiedenen Abständen genommen und auf Rückstandsgehalte analysiert.

Anschließend werden die Daten ausgewertet, um mehr Erkenntnisse über die Rückstände zu gewinnen.

Nach Zulassung des Produkts werden diese Anwendungs-Informationen (GAP) vollständig auf dem Produktetikett aufgeführt. Landwirte, die das Produkt verwenden, müssen sich an die Anweisungen auf dem Etikett halten.

Doch woher weiß man, nach welchen Rückständen man suchen muss?

Rückstände in Pflanzen werden zuerst unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus untersucht. Diese Studien nennt man Metabolismus-Studien. 

In diesen Studien werden biologische Systeme (wie Pflanzen, Tiere und Boden) einem Pflanzenschutzmittel ausgesetzt. Die Wissenschaftler untersuchen dann die Metaboliten, d. h. Abbauprodukte, die möglicherweise während des Stoffwechselvorgangs entstehen.

Mithilfe dieser Informationen können die Wissenschaftler die Rückstände ermitteln, die überwacht werden müssen.

Substanzbezogene Studieninformationen zu Hauptkulturen finden Sie in den Zusammenfassungen zu Rückstandsstudien auf unserer Website.

 

Folgekulturen

Landwirte wenden oft die Fruchtfolge an, um die Qualität ihres Bodens zu erhalten. Das bedeutet, dass sie in jeder Anbausaison andere Arten von Kulturen auf einem Feld anpflanzen.

Folgekulturen sind Kulturen, die auf einem Feld gepflanzt wurden, auf dem zuvor ein Pflanzenschutzmittel ausgebracht wurde. Zum Beispiel: Ein Landwirt pflanzt Soja und behandelt seine Pflanzung gegen Insekten, danach pflanzt er Mais auf das gleiche Feld. Wird der Mais Rückstände des Insektizids enthalten, mit dem vorher die Sojapflanzen behandelt wurden?

Auch wenn diese Pflanzen nicht selbst mit dem Pflanzenschutzmittel behandelt wurden, werden die Folgekulturen auf Pflanzenschutzmittelrückstände von einer vorherigen Anwendung untersucht, die sie aus dem Boden aufgenommen haben könnten.

Solche Untersuchungen werden für Kulturen durchgeführt, die zwischen 30 Tagen und 1 Jahr nach der Anwendung gesät/gepflanzt werden. 

Substanzspezifische Informationen zu Folgekulturen finden Sie in den Zusammenfassungen der Rückstandsstudien auf unserer Website.

 

Verarbeitete Lebensmittel

Viele Lebensmittel werden nicht nur roh, sondern auch in verarbeiteter Form verzehrt, zum Beispiel Frucht- oder Gemüsesäfte, Tomatenketchup, aus Gerste hergestelltes Bier und Öl aus Sojabohnen.

Um herauszufinden, was mit den Rückständen in diesen verarbeiteten Lebensmitteln geschieht, verarbeiten Wissenschaftler Rohstoffe wie Tomaten mit den typischen Methoden, die in der Industrie oder im Haushalt zum Einsatz kommen, wie z. B. Frittieren, Kochen, Backen, Fermentieren oder Auspressen. Die Endprodukte werden dann auf Rückstände analysiert.

Substanzbezogene Studieninformationen zu verarbeiteten Lebensmitteln finden Sie in den Zusammenfassungen zu Rückstandsstudien auf unserer Website.

 

Tierische Erzeugnisse

Tiere können mit Pflanzen gefüttert werden, die mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt wurden. Wir untersuchen tierische Erzeugnisse wie Milch, Fleisch und Eier auf sämtliche Rückstände, die darin enthalten sein könnten.

Dazu führen Wissenschaftler Studien durch, in denen Tieren das Pflanzenschutzmittel und/oder dessen Abbauprodukt in den relevanten Mengen verabreicht wird. Anschließend analysieren sie die Rückstandsgehalte in der Milch, den Eiern oder dem Fleisch der Tiere.

Neben den Studien zu Rückständen in tierischen Lebensmitteln werden auch Studien in Honig durchgeführt.

Substanzbezogene Studieninformationen zu tierischen Erzeugnissen finden Sie in den Zusammenfassungen zu Rückstandsstudien auf unserer Website.

Überraschende Fakten

Überraschende Fakten

Rhabarberblätter enthalten giftige Anthrachinone und dürfen daher nicht verzehrt werden.

Kaffee   enthält Koffein und andere Chemikalien, die Herzprobleme und Probleme mit dem Nervensystem auslösen können.

Rohe Cashewnüsse enthalten das Gift Urushiol. Sie müssen erhitzt werden, bevor sie verzehrt werden können.

57g Salz können für ein kleines Kind tödlich sein.

Wie sicher sind meine Lebensmittel?

Ihre Lebensmittel sind sicher.

Mit den Informationen aus den beschriebenen Rückstandsstudien und Verzehrmengen (Daten darüber, was Menschen essen, die von Behörden durch Bevölkerungsumfragen ermittelt werden) errechnen Wissenschaftler die höchstmögliche Menge an Rückständen, die ein Mensch mit seinen täglichen Mahlzeiten aufnehmen kann. Diese Rechnungen werden für verschiedene Altersgruppen (Erwachsene, Kleinkinder, Ältere, ….) und verschiedene regionale Gewohnheiten erstellt.

In einem anderen Bereich werden Studien durchgeführt, in denen untersucht wird, welche Mengen eines Pflanzenschutzmittels oder dessen Abbauprodukt, ohne negative Auswirkungen von verschiedenen Lebewesen toleriert werden. Die Mengen, die sich als sicher erwiesen haben, werden um einen Sicherheitsfaktor (typischerweise 100) geteilt und dann als offizielles Sicherheitslevel festgesetzt. Das heißt, die erlaubte Aufnahmemenge ist um den Faktor 100 niedriger als die Menge, die in Tierversuchen keinen erkennbaren schädlichen Effekt (NOAEL) gezeigt hat.

Wissenschaftler vergleichen dann die maximale Aufnahme des Pflanzenschutzmittels durch die tägliche Nahrung mit dem festgesetzten Sicherheitslevel. Nur Anwendungen, die nicht dazu führen, dass der festgesetzten Sicherheitslevel überschritten werden könnte, dürfen zugelassen werden. Die Einhaltung der festgesetzten Sicherheitslevel wird von Regierungsbehörden in regelmäßigen Abständen streng überwacht.

 

Die Rolle der Registrierungsbehörden

Registrierungsbehörden bewerten alle Abläufe, die vor der Registrierung erfolgt sind. Wenn ein Produkt als sicher bewertet wird - und NUR dann – veröffentlichen sie einen MRL. Dieser offizielle MRL ist ein rechtlicher Grenzwert. Das bedeutet, dass Lebensmittel, die Rückstände über dem offiziellen MRL enthalten, nicht gehandelt werden dürfen. Solche Lebensmittel müssen entweder an den Absender zurückgeschickt oder vernichtet werden.

Achtung: Ein MRL ist kein Sicherheitslimit. Ein sicheres Limit ist mindestens 100-fach höher.

Eine Überschreitung des MRLs sind nicht gleichbedeutend mit einem Gesundheitsrisiko. Recht oft zeigen die Risiko-Berechnungen, dass auch höhere MRLs möglich wären, aber die Behörden setzen die MRLs nur so hoch wie nötig, um die Anwendungsempfehlungen des Antragstellers abzudecken.

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Nehmen wir zum Beispiel Äpfel. Wie viele Äpfel müsste ein durchschnittlicher Erwachsener an einem Tag essen, damit sich ein typisches Pflanzenschutzmittel merkbar auf seine Gesundheit auswirkt?

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Diese Zahl stellt den höchstmöglichen Rückstand dar und bietet dennoch eine mindestens 100-fache Sicherheitsmarge für die Exposition.

Können Sie sich vorstellen, 850 Äpfel an einem Tag zu essen? Es handelt sich hierbei zwar um ein typisches Beispiel, die entsprechenden Zahlen sind jedoch nicht immer so hoch. Bei der Bewertung des Ernährungsrisikos werden jedoch immer große Sicherheitsfaktoren herangezogen, um sicherzustellen, dass die Rückstände von Pflanzenschutzmitteln in Lebensmitteln keine Gefahr für die Verbraucher darstellen.

 

Aber was ist mit der Lebensmittelsicherheit?

Landwirte müssen die Gute Landwirtschaftliche Praxis-Empfehlungen (GAP) einhalten und beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dieses Grundprinzip befolgen: So wenig wie möglich und nur wenn nötig. Zudem gilt für die möglichen Rückstände in Erntegut der Rückstandshöchstgehalt (MRL).

Dies gewährleistet die Sicherheit Ihrer Lebensmittel.

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Besteht Handlungsbedarf meinerseits?

In Bezug auf Rückstände in Lebensmitteln besteht kein Handlungsbedarf Ihrerseits, denn es ist die Aufgabe von Fachleuten, dafür zu sorgen, dass Ihre Lebensmittel sicher sind und bleiben.

Beim Umgang mit rohen Lebensmitteln ist es jedoch immer gut, die allgemeinen Vorschriften für Lebensmittelhygiene und Ernährung einzuhalten.

  • Waschen Sie alle Lebensmittel stets unter laufendem Wasser ab. Dadurch werden Oberflächenverunreinigungen wie Schmutz, Bakterien oder Oberflächenrückstände reduziert.
  • Trocknen Sie Obst oder Gemüse, wenn möglich, mit einem sauberen Geschirr- oder Papiertuch.
  • Bürsten Sie festes Obst und Gemüse wie Melonen und Wurzelgemüse ab.
  • Essen Sie unterschiedliche Arten von Obst und Gemüse.