- Innovation
Entdeckung neuer Möglichkeiten in der Natur
Erste Forschungserfolge geben berechtigten Anlass zu der Hoffnung, dass Wissenschaftler eines Tages in der Lage sein werden, unheilbare und tödliche Erbkrankheiten zu heilen, menschliche Immunzellen so zu verändern, dass sie bestimmte Krebsarten abtöten, und sogar die Ausbreitung von Malaria zu stoppen – eine Krankheit, an der jedes Jahr knapp eine halbe Million Menschen sterben. Für die Agrarwirtschaft sind die Aussichten ähnlich vielversprechend. Seit 2010 wurden über 11.000 Studien zur Genom-Editierung veröffentlicht. Sie bilden die Grundlage für derzeit in der Entwicklung befindliche sowie auch für zukünftige Projekte.
Zusammen mit Hochschulen, Branchenführern und politischen Entscheidungsträger*innen erforschen wir weiterhin Agrarinnovationen, mit denen wir die Probleme der Landwirte lösen, die Nahrungsmittelversorgung der Verbraucher sicherstellen und die natürlichen Ressourcen unseres Planeten schonen können.
Auf dem Weg zu einem besseren genetischen Bauplan
Genom-Editierung bietet das Potenzial, die wirklich relevanten Herausforderungen in den Bereichen Landwirtschaft und Umweltschutz zu lösen. Dazu gehören beispielsweise ein reduzierter Einsatz von Pestiziden und der verantwortungsvolle Umgang mit Energie, Land und Wasser. Im Agrarbereich wird dies in der Regel erreicht, indem nützliche Eigenschaften eines Organismus noch verbessert oder unerwünschte Merkmale ausgeschaltet werden.
Seit Jahren verließ man sich bei der Genom-Editierung auf selektive Pflanzenzucht. Doch mit Verfahren zur Genom-Editierung wie CRISPR lassen sich punktgenaue Veränderungen inzwischen präziser durchführen als je zuvor. Viele der Veränderungen, die durch die Genom-Editierung ermöglicht wurden, sind lediglich kleinere Anpassungen. Sie lassen sich mit Mutationen vergleichen, die in der DNA einer Pflanze jederzeit natürlich vorkommen – und zwar millionenfach. Doch so klein sie auch sein mögen, so groß können ihre Auswirkungen sein. Sie ermöglichen der Wissenschaft:
- Förderung vorteilhafter Eigenschaften (z. B. Dürretoleranz oder höherer Nährstoffgehalt)
- Ausschalten ungünstiger Eigenschaften (z. B. Anfälligkeit für Krankheiten)
- Aufbrechen genetischer Verknüpfungen zwischen positiven und negativen Eigenschaften und Züchtung von Pflanzensorten mit den erstrebenswertesten Eigenschaften
Die bislang unübertroffene Präzision dieser Technologien ermöglicht es Landwirten, ausreichend Nutzpflanzen anzubauen und gleichzeitig zuversichtlich die Nutzung natürlicher Ressourcen zu reduzieren. Indem die Überlebensfähigkeit von Pflanzen verbessert wird – besonders in von Hunger und Unterernährung geprägten Regionen – kann Genom-Editierung einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen für die dort ansässigen Menschen darstellen.
Wie setzt Bayer Genom-Editierung ein?
Wir erforschen Anwendungsmöglichkeiten von Genom-Editierung zur Entwicklung von Saatgut und mikrobiellen Produkten. Bei der Forschung und Entwicklung im Bereich Genom-Editierung setzt Bayer unter anderem die folgenden Schwerpunkte: Verbesserungen der Pflanzenarchitektur (oder des Pflanzenkörpers selbst), Resistenz gegen Krankheiten, Stresstoleranz sowie Pflanzenwachstum und -entwicklung in unserem gesamten Portfolio für Reihenkulturen.
Eines unserer spannendsten Konzepte ist Short Stature Corn bzw. „kurzhalmiger Mais“. Wir gehen an den Short Stature Corn mit verschiedenen technologischen Ansätzen heran, einschließlich Züchtung, Genom-Editierung und Biotechnologie (in Kooperation mit BASF). Wir sind überzeugt, dass dieses Produktkonzept die Maisproduktion von Grund auf verändern wird. Die Daten aus unseren Studien bestärken uns darin.
CoverCress
Bayer besitzt eine Mehrheitsbeteiligung von 65 Prozent an CoverCress, Inc. CoverCress™ ist eine winterharte Ölsaat mit geringem Inputbedarf, die durch Genom-Editierung entwickelt wurde, um aus Pennycress eine Nutzpflanze zu machen, indem die Ölqualität und der Futterwert verbessert wurden, während die Pflanze gleichzeitig als Winterzwischenfrucht zwischen Maisernte und Sojabohnenanbau dient.
CoverCress™ bietet die Vorteile einer traditionellen Zwischenfrucht, wie die Unterdrückung von Unkraut, die Verringerung von Bodenerosion sowie den verminderten Verlust von Wasser und Nährstoffen. Es zeigt auch das Potenzial, Kohlenstoff im Boden zu speichern. Als eiweißreiches Tierfutter und Quelle für die Produktion von erneuerbarem Biokraftstoff bietet es Landwirt*innen eine neue Einnahmequelle und ist daher – einzigartig – eine „Cash-Zwischenfrucht“.
Zusammenarbeit als Teil unserer DNA
Die Genom-Editierung ist ein Bereich, der Bayers Engagement für offene Innovation und kollaborative Partnerschaften verdeutlicht, die Fachwissen bündeln, um die Entdeckung und Entwicklung landwirtschaftlicher Lösungen zu beschleunigen. Allein im Bereich der Genom-Editierung haben wir zukunftsorientierte Partnerschaften mit Pairwise, CoverCress, Joyn Bio, Pivot Bio und mehreren Tool-Entwicklern aufgebaut, um kollektives Know-how und geistiges Eigentum zum Nutzen von Landwirten und der Gesellschaft zu nutzen.