- Frauengesundheit
Schwangerschaft und Ernährung: Die häufigsten Mythen im Faktencheck
Sobald man schwanger ist, wird man mit Ratschlägen und Informationen inklusive verschiedener Schwangerschaftsmythen geradezu überhäuft. Und trotzdem gibt es einige Dinge, deren sich werdende Eltern oft nicht bewusst sind, vor allem, wenn es um das Thema Ernährung geht. Wir haben wissenschaftliche Fakten zusammengestellt und eine Expertin dazu befragt. Hier erfahrt ihr, wie ihr eurem Baby den besten Start ins Leben ermöglicht ...
Schwangerschaftsmythos Nr. 1: Um das Thema Ernährung braucht man sich erst zu kümmern, wenn man versucht, schwanger zu werden. Stimmt das …?
Alle Eltern und werdende Eltern wissen, dass das Timing stimmen muss, um schwanger zu werden. Die wichtige Rolle, die die Ernährung für die Empfängnis und die männliche Zeugungsfähigkeit spielt, ist aber weniger bekannt.
Kurz gesagt: Um gute Ernährung sollte man sich nicht erst kümmern, wenn man schwanger werden will, sondern lange davor. Die Ernährung und der Lebensstil beider Eltern schon vor der Empfängnis können sich erheblich auf das Wachstum, die Entwicklung und die zukünftige Gesundheit ihrer Kinder auswirken. Es ist belegt, dass eine gute Ernährung während der ersten 1.000 Tage des Lebens (beginnend mit der Empfängnis) lebenslang einen positiven Einfluss auf die Gesundheit haben kann.
Schwangerschaftsmythos Nr. 2: Eine werdende Mutter sollte für zwei essen. Stimmt das ...?
Oft hört man, dass man in der Schwangerschaft „für zwei“ essen muss und daher essen kann, was und so viel man möchte.
Kurz gesagt: „Für zwei“ zu essen, kann das Risiko für Komplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes erhöhen. Außerdem ist das Risiko für späteres Übergewicht des Kindes erhöht. Tatsächlich steigt der Energiebedarf während der Schwangerschaft nur minimal, um etwa 10 Prozent (~ 200–250 kcal/Tag) zum Ende der Schwangerschaft. Das entspricht beispielsweise in etwa einer Scheibe Vollkornbrot und einem Apfel. Im Gegensatz dazu steigt der Bedarf an Mikronährstoffen viel stärker als der Energiebedarf. Deswegen liegt der Schlüssel meist darin, nicht im „mehr essen“, sondern im „mehr vom Richtigen essen“.
Schwangerschaftsmythos Nr. 3: So lange die Frau während der Stillzeit genügend Kalorien zu sich nimmt, ist die richtige Ernährung nicht wichtig. Stimmt das …?
Gute Ernährung nach der Geburt ist genauso wichtig wie davor und währenddessen.
Kurz gesagt: Die gesundheitliche Entwicklung des Babys setzt sich nach der Geburt fort und die frischgebackene Mutter muss wieder Kraft und Energie tanken. Besonders nach der Geburt ist eine gute Ernährung der Schlüssel für eine gute Erholung und Regeneration. Außerdem steigt bei stillenden Müttern der Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen (z. B. Jod, Vitamine und die Omega-3-Fettsäure DHA), die dem Körper entzogen werden, um das Neugeborene zu versorgen: Denn die Muttermilch enthält alle notwendigen Nährstoffe, um die körperliche und geistige Entwicklung des Babys zu unterstützen. Gesunde Ernährung nach der Schwangerschaft unterscheidet sich also nicht maßgeblich von gesunder Ernährung vor oder während der Schwangerschaft.
Schwangerschaftsmythos Nr. 4: Eine ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allem, was eine werdende Mutter braucht. Stimmt das…?
Was Mütter während der Schwangerschaft zu sich nehmen, ist wichtiger denn je – denn es wird die Entwicklung ihres Kindes und seine Gesundheit nachhaltig beeinflussen – im Mutterleib, aber auch danach.
Kurz gesagt: Eine gesunde, ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit fast allen wichtigen Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen, die eine werdende Mutter braucht – aber eben nur fast. Es gibt es einige lebensnotwendige Vitamine und Mineralien, die selbst eine ausgewogene Ernährung unter Umständen während einer Schwangerschaft nicht gewährleisten kann. Es wird daher in der Regel empfohlen, diese in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen. Dazu gehören z. B. Folsäure, verschiedene B-Vitamine, Vitamin D, Jod, Eisen und Omega-3, um die Entwicklung des Gehirns, der Knochen und der Augen des Embryos zu unterstützen.