- ESG
Negative Auswirkungen reduzieren und Biodiversität wiederherstellen
Biodiversität ist ein Querschnittsthema, das Bayer und unsere Wertschöpfungskette in vielerlei Hinsicht betrifft. Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten bei Bayer steht daher der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen, um Ökosysteme, Arten- und genetische Vielfalt zu erhalten und zu schützen. Bayer unterstützt das Global Biodiversity Framework.
Der Schwerpunkt liegt darauf, die Haupttreiber für den Verlust von Biodiversität zu adressieren
Laut des jüngsten Berichts der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) sind über eine Million Tier- und Pflanzenarten durch menschliche Aktivitäten vom Aussterben bedroht. Die größten Treiber für Biodiversitätsverlust sind Landnutzungsänderungen. Jedoch haben auch der Klimawandel und die Umweltverschmutzung viele negative Folgen. Bayer bemüht sich seit jeher darum, diese Treiber anzugehen.
Landnutzungsänderungen und Anbaumethoden
Die Landwirtschaft und die landwirtschaftliche Produktion sind auf die Natur angewiesen – noch mehr als jeder andere Sektor bzw. jede andere Industrie. Sie können abhängig sein von Wasser, Bodengesundheit, Witterungsbedingungen oder Ökosystemleistungen (wie beispielsweise Bestäubung, natürlichem Pflanzenschutz oder dem Nährstoffkreislauf).
Bayer möchte die Notwendigkeit für Pflanzenbau und Naturschutz in Einklang bringen, indem ein Mehrwert für die Erzeuger geschaffen wird, wenn sie Biodiversität und Ökosystemleistungen schützen und fördern. Die größte Chance alles in Einklang zu bringen, besteht darin, die Anbausysteme in Richtung regenerative Landwirtschaft zu entwickeln. Im Unterschied zur traditionellen Landwirtschaft bieten regenerative Praktiken die Möglichkeit, die Produktivität von Landwirtschaftsbetrieben und Einkommen zu verbessern und gleichzeitig Vorteile für die Natur zu bieten. Aus diesem Grund haben wir vor, Anbausysteme zu entwickeln, die nicht nur aus weniger mehr produzieren, sondern auch hinsichtlich Bodengesundheit, Wasser und Biodiversität regenerativer sind sowie resistenter gegenüber dem Klimawandel. Damit wir passende Element für solche Systeme erforschen und entwickeln können, arbeiten wir mit den drei Säulen der Biodiversität: Bodenqualität, Habitate und genetische Vielfalt.
Klima
Als wissenschaftsbasiertes Unternehmen ist sich Bayer der Risiken des globalen Klimawandels bewusst. Wir sind darum bestrebt, die Treibhausgas-Emissionen innerhalb unseres Unternehmens und entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette kontinuierlich zu reduzieren.
Unser Klima Transition- und Transformationsplan zeichnet ein umfassendes Bild unserer Klimastrategie mit wichtigen Milderungs-, Anpassungs-, und Zugangsmaßnahmen.
Der Klimawandel betrifft uns alle, doch besonders Landwirte sehen sich mit den Folgen immer extremer werdender Wetterbedingungen wie Dürre, Hitze und Überschwemmungen und anderen sich verändernden Klimatrends konfrontiert. Diese vielfältigen Herausforderungen erschweren es den Landwirten, ihre Nutzpflanzen anzubauen, ihren Lebensunterhalt zu sichern und das weltweite Nahrungsmittelsystem zu unterstützen, auf das wir alle angewiesen sind.
Aus diesem Grund widmet sich Bayer, der Dekabonisierung der. Wir entwickeln neue Lösungen, die Landwirten dabei helfen, den negativen Auswirkungen des Klimawandels standzuhalten und die Ursachen anzugehen. Dazu zählen beispielsweise neues Saatgut und neue Pflanzeneigenschaften, die die Landwirte klimabeständiger machen, sowie kohlenstoffarme Praktiken wie die Direktsaat oder neue Geschäftsmodelle für das Carbon Farming.
Waldschutz um Landnutzungsänderungen und den Klimawandel zurückzuhalten
Bayer möchte die Wälder schützen, was in unserem Positionspapier zur Abholzung und Entwaldung deutlich wird.
Außerdem ist Bayer Gründungsmitglied der LEAF-Koalition zum Schutz tropischer Wälder.
Umweltverschmutzung
Durch unsere Forschung und Entwicklung wollen wir Pflanzenschutzmittel anbieten, die den gleichen oder einen besseren Nutzen für die Landwirte haben und gleichzeitig die Umwelt weniger belasten.
Daher hat Bayer eine Methodik zur Reduzierung der Umweltauswirkungen des Pflanzenschutzes eingeführt (Crop Protection Environmental Impact Reduction, CP EIR) und sich verpflichtet, die Umweltauswirkungen unserer Pflanzenschutzmittel zu verringern. Die von uns angewandte Methodik stützt sich auf zwei führende, extern entwickelte wissenschaftliche Konsensmodelle, um eine quantifizierbare Prüfung der Umweltauswirkungen durch Pflanzenschutzmittel zu ermöglichen.
Genauer gesagt wollen wir bis 2030 die über die behandelten Flächen gewichteten Umweltauswirkungen der weltweit ausgebrachten Pflanzenschutzmittel von Bayer pro Hektar um 30 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Ausgangswert aus den Jahren 2014 bis 2018 reduzieren. Laut gesammelter Daten zwischen 2018 und 2022 haben wir bereits eine Reduktion um 12 Prozent im Vergleich zum Basiszeitraum bewirkt. Dieser Fortschritt ist vor allem auf die Innovationen in unserem Pflanzenschutzmittelportfolio in den letzten Jahren zurückzuführen.
Relevante Konzernpositionen und Verpflichtungen
Bayer setzt sich mit seinen Technologien und Dienstleistungen für den Erhalt und die Wiederherstellung der Biodiversität innerhalb und außerhalb landwirtschaftlicher Flächen ein. Wir haben unsere Position und unsere Beiträge formuliert:
- Bayer bekennt sich zur Biodiversitätskonvention der Vereinten Nationen einschließlich der fairen und gerechten Aufteilung der Leistungen, die aus der Nutzung von genetischen Ressourcen entstehen. Wir haben uns auch den Zielen des „Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft“ der Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen verschrieben, der eine faire und gerechte Aufteilung der Nutzung pflanzengenetischer Ressourcen beinhaltet.
- Wir verpflichten uns, die Menschenrechte entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette zu achten, zu fördern und transparent über die Ergebnisse unseres Handelns zu berichten, wie in unserer Position für Menschenrechte beschrieben.
- Wir wissen, dass die Landwirtschaft, wie viele andere Aktivitäten auch, einen Einfluss auf die Biodiversität hat. Unser Engagement für den Erhalt und die Wiederherstellung der Biodiversität innerhalb und außerhalb landwirtschaftlicher Flächen mithilfe unseren Technologien und Dienstleistungen ist in unserer Position zur Erhaltung und Wiederherstellung der Biodiversität in Land- und Forstwirtschaft beschrieben.
- Wir nehmen den Insektenrückgang sehr ernst. Da wir uns der Bedeutung der Insektenvielfalt für das globale Ökosystem und die Landwirtschaft sehr bewusst sind, setzen wir uns für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen ein, die den Rückgang von Insekten stoppen und rückgängig machen können. Weitere Informationen finden Sie in Unser Standpunkt zum Insektenrückgang.
- Wälder tragen wesentlich dazu bei, den Klimawandel abzumildern, die Biodiversität zu fördern sowie Wasser und Boden zu schützen. Wir wollen nicht nur zum Schutz bestehender Wälder, sondern auch zur Wiederaufforstung einen erheblichen Beitrag leisten. Weitere Informationen finden Sie in unserer Position zur Abholzung und Schädigung der Wälder.
- Bayer setzt sich als Partner der Landwirte und anderer Akteure dafür ein, die weltweit wachsende Nachfrage nach Protein nachhaltig zu decken und gleichzeitig die Treibhausgasemissionen der Rindfleischproduktion durch Innovationen zu senken. Weitere Informationen finden Sie in unserer Position zur nachhaltigen Rindfleischproduktion.
Auswirkungen, Risiken, Chancen und Abhängigkeiten
Mit 23 Milliarden Euro Umsatz in der Landwirtschaft im Jahr 2023 ist Bayer gemessen am Umsatz das weltweit führende Agrarunternehmen mit Geschäftstätigkeit in den Gebieten Pflanzenschutz, Saatgut und Pflanzeneigenschaften.
Aus diesem Grund sind alle
- direkten Geschäftstätigkeiten von Bayer im Agrarsektor unmittelbar abhängig von und haben Auswirkungen auf die Natur, einschließlich Wasser, Bodengesundheit, Wetterbedingungen und Ökosystemdienstleistungen, sowohl lokal als auch global (hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels).
- Einkäufe landwirtschaftlicher Produkte von Bayer direkt abhängig von der Natur, während jeder Saatguterzeuger vor Ort Einfluss auf die Natur hat. In Anerkennung dessen sind alle Lieferanten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, die landwirtschaftliche Produkte für Bayer produzieren (einschließlich der Saatgutproduktion), abhängig von Wasser, Bodengesundheit, Wetterbedingungen und Ökosystemdienstleistungen.
- Umsätze von Bayer im Agrarsektor direkt abhängig von der Natur, während jeder Landwirt vor Ort einen gewissen Einfluss auf die Natur hat. In Anerkennung dessen sind alle Endkunden in der nachgelagerten Wertschöpfungskette des landwirtschaftlichen Geschäfts von Bayer abhängig von Wasser, Bodengesundheit, Wetterbedingungen und Ökosystemdienstleistungen.
Die materiellen Risiken in Bezug auf Naturauswirkungen und -abhängigkeiten sind in unserer doppelten Wesentlichkeitsanalyse 2024 (unter Berücksichtigung von CSRD/ESRS) beschrieben.
Für Bayer bieten sich große Chancen, die darauf abzielen, die Abhängigkeiten und Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Natur zu beeinflussen, zu begrenzen oder zu reduzieren, insbesondere in der nachgelagerten Wertschöpfungskette. All unsere Forschung und Entwicklung im Bereich der Landwirtschaft konzentriert sich entweder darauf, den Ertrag zu steigern (ohne die Auswirkungen auf die Natur zu erhöhen) oder die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln oder der Landwirtschaft im Allgemeinen auf die Natur zu verringern.
Messung und Berichterstattung
Die Messung von Biodiversitätselementen ist aufgrund der inhärenten Komplexität der Natur und ihrer Abhängigkeiten eine Herausforderung. Gleichzeitig sind aussagekräftige Daten und Berichterstattung entscheidend für das Management dieses vielschichtigen Themas. Bei Bayer untersuchen wir sorgfältig aktuelle Entwicklungen im Zusammenhang mit Messarbeiten und Berichterstattung und beteiligen uns konstruktiv, um wissenschaftlich fundierte Fortschritte zu fördern.
Unsere Arbeit im Bereich der Berichterstattung steht in engem Zusammenhang mit den Anforderungen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU, die uns im Weiteren als primäres Rahmenwerk dienen wird. Basierend auf diesen Anforderungen werden wir im nächsten Geschäftsbericht für das Gesamtjahr 2024 über wesentliche naturbezogene Themen berichten.
Darüber hinaus glauben wir fest an die Bedeutung der Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) als entscheidenden Meilenstein, um die Anforderungen an die Transparenz von Unternehmen in Bezug auf Biodiversität und die natürliche Umwelt zu erweitern. Bayer ist der TNFD beigetreten und unterstützt naturbezogene Veröffentlichungen, um Fortschritte im Umweltschutz zu fördern. Wir sind der Überzeugung, eine aktive Rolle bei der Entwicklung eines Finanzberichterstattungsrahmens zu spielen, der naturbezogene Risiken adressiert und Investitionen in naturpositive Ergebnisse unterstützt.