Wirkstoffverluste in der Landwirtschaft
Die Schilf-Glasflügelzikade und andere neue Schädlinge und Krankheiten breiten sich schnell auf deutschen Feldern aus. Lesen Sie hier, was die Gründe für die Ausbreitung der Schädlinge und Krankheiten sind. Welche Folgen der Befall von Kulturpflanzen sowie unerwünschter Beikräuter für die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland hat. Und warum in der EU wirksame Pflanzenschutzmittel und Wirkstoffe gegen viele Schädlinge fehlen.
Immer mehr Anbauregionen in Deutschland sind von neuen Schädlingen und Krankheiten betroffen: Die Schilf-Glasflügelzikade allein hat im Jahr 2024 mehr als 100.000 Hektar Anbaufläche befallen. Hauptgründe für den zunehmenden Schädlingsbefall sind Klimaveränderungen und der Wegfall bzw. das Ausbleiben von neuen Pflanzenschutzprodukten.
- Der Bedarf an modernen, sicheren und innovativen Pflanzenschutzmitteln, die ganz gezielt gegen diese Schädlinge und Krankheiten wirken, ist größer denn je.
- Jedoch werden neue Pflanzenschutzmittel in der EU nur noch selten zugelassen. Gleichzeitig erhalten viele etablierte Wirkstoffe nach Ablauf ihrer Zulassungsfrist keine Wiederzulassung oder nur eine sehr eingeschränkte Zulassung. Die Folge: Die Zahl der zugelassenen Wirkstoffe für den Pflanzenschutz insgesamt sinkt.
- Die begrenzten Möglichkeiten, passende Wirkstoffe zum Schutz von Kartoffeln, Zuckerrüben und anderen Kulturpflanzen einzusetzen und zu variieren, erleichtern es Schädlingen, Krankheiten und unerwünschten Pflanzen, Resistenzen zu bilden. Das heißt: Wirkungslücken und Resistenzen nehmen zu.
- Landwirtinnen und Landwirte wünschen sich zeitgemäße, effiziente Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel in der EU und in Deutschland. Das aktuelle Zulassungsverfahren ist bürokratisch und bremst Innovation durch theoretische, gefahrenbasierte Ausschlusskriterien.
- Um schnell auf den Befall durch neue Schädlinge und Krankheiten in der Landwirtschaft zu reagieren, wäre eine grundsätzliche Reform der Zulassungsverfahren notwendig: Zulassungen von Pflanzenschutzmitteln sollten auf Basis einer wissenschaftlichen und datenbasierten Risikobewertung erfolgen.